Erfahrungsberichte
Mentoring wirkt! – Mentoring works! Erfahrungsberichte der Mentees und MentorInnen
Das Konzept von SciMento ist – wie die Evaluation des ersten Programmdurchlaufs 2008 bis 2010 zeigt – erfolgreich. Besonders in Fragen der Karriereplanung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, des effektiven Networkings sowie allgemein zur Stärkung des Selbstbewusstseins als Wissenschaftlerin war SciMento den Mentees eine große Hilfe. Eine externe Studie der Universität Hildesheim konnte dokumentieren, wie das SciMento-Programm durch verschiedene Lernsettings den Mentees bei der Reflexion und Lösung von Problemen hilft und sie darin bestärkt ihre wissenschaftliche Laufbahn voranzutreiben. Die folgenden beiden, anonymisierten Zitate sind der Studie, durchgeführt von Prof. Dr. Inga Truschkat und Team, entnommen:
„(Für mich), ist wohl das erste Kennenlernen meiner Mentorin (…) am spannendsten gewesen. Wir haben uns bei der Kick-Off-Veranstaltung in Marburg kennengelernt. Für mich war es das erste Mal, dass ich mit einer Professorin einer Naturwissenschaft in Ruhe und abseits der inhaltlichen Wissenschaft sprechen konnte. Meine Mentorin war von Anfang an sehr offen und hat uns als Mentees erzählt, wie sie ihren Weg gemacht hat. Dabei hat sie auch private Themen, wie z. B. Familienplanung nicht ausgelassen. Es hat mich beeindruckt, dass sie trotz ihres relativ jungen Alters schon so viel erreicht hat. Meine Mentorin wurde dadurch für mich zu einer Art Vorbild“.
„Als ich später auch im Mentorentreffen über den Artikel erzählte (der zuvor zweimal abgelehnt worden war), hat auch unser Mentor mich unterstützt und wiederholt gesagt, dass so was immer wieder passiert, man aber niemals aufgibt! Das hat mich sehr beeindruckt und werde ich nicht vergessen. Den Artikel habe ich später erneut eingereicht: Er wurde Ende letzten Jahres veröffentlicht“
Weitere Statements von Mentees:
„SciMento ist für mich eine wichtige Ergänzung zu meinem Promotionsstudium. Im Labor fehlt einem oft zwischen all den interessanten Experimenten die Zeit, sich Gedanken über die weitere Karriere, die Postdoc-Stelle und vielleicht sogar über die spätere Professur zu machen. Durch SciMento ist mir klar geworden, welche Art von Karriere die richtige für mich ist und was ich tun muss, um dieses Ziel zu erreichen. Natürlich muss man dafür auch selbst Zeit und Energie investieren, aber nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre kann ich nur sagen: es lohnt sich und es hat auch noch sehr viel Spaß gemacht" (Jeannette Meister, Mentee im Jahrgang 2009-2011).
„Durch meine Peergruppe bei SciMento habe ich es geschafft, das Aufschreiben meiner Dissertation sehr strukturiert anzugehen. Da sich meine Promotion durch meine beiden Kinder (das zweite kam mitten in der Phase des Aufschreibens) etwas in die Länge zieht, ist der Leitfaden, den ich damals erarbeitet habe, Gold wert, um gezielt am Ball zu bleiben" (Deborah Clever, Mentee im Jahrgang 2009-2011).
„SciMento hat mich mit Sicherheit bei der Bewerbung um Professuren und bei den Verhandlungen unterstützt. Die Workshops waren besonders hilfreich. Aber unsere Kleingruppe hat die notwendige moralische Unterstützung geboten. In unseren Treffen zu dritt haben wir sowohl berufliche Herausforderungen als auch private besprochen. Da die Balance zwischen Privatleben und Beruf besonders nach einem Umzug in eine neue Stadt nicht gerade leicht fällt, sind wir 3 weiterhin in Kontakt und unterstützen uns gegenseitig" (Olivia Merkel, Mentee im Jahrgang 2008-2010).
„Für mich besteht die Stärke des Mentoring-Programmes SciMento insbesondere darin, sich mit Doktorandinnen der gleichen Lebensphase über gemeinsame Unsicherheiten bezüglich der Lebensplanung auszutauschen (...) Meist relativieren sich im Rahmen dieses Austauschs die eigenen Probleme und die Erfahrungen der anderen helfen, die eigene Situation aus einer neuen Perspektive zu betrachten – und auch anzugehen. Des Weiteren bot mir SciMento auch die Gelegenheit mich fachlich weiterzubilden – durch eine fachlich logische Zusammensetzung der Menteegruppen durch die SciMento-Mitarbeiterinnen sowie die Gesamttreffen mit allen Mentees und ProfessorInnen. Ganz persönlich habe ich von einem Workshop aus dem SciMento-Programm profitiert: Sich profilieren und positionieren in der Wissenschaft“, gehalten von Frau Dr. Oehrlein-Karpi, hat mich zum ersten Mal wirklich über die Möglichkeit einer weiteren Laufbahn in der Wissenschaft nachdenken und mich erkennen lassen, dass ich bereits sehr viele Fähigkeiten und Kompetenzen hierfür gesammelt habe. Der Workshop hat mir sehr viel Energie, Optimismus und Stärke gegeben. Heute, etwa ein Jahr nach dem Workshop, habe ich meine Doktorarbeit sehr erfolgreich abgeschlossen und konnte direkt im Anschluss eine Postdoc-Stelle antreten. An diesem Erfolg haben der in SciMento gefundene persönliche und fachliche Austausch sowie vermittelte Kompetenzen maßgeblichen Anteil" (Katja Heubach, Mentee im Jahrgang 2009-2011).
Auch Mentorinnen und Mentoren äußern sich zu SciMento:
„In meiner Wahrnehmung als Mentor im Rahmen von SciMento ist Mentoring ein Geben und Nehmen, es bewirkt eine stete Selbstreflexion beim Mentor. Der Umstand, dass man als ‚Sparing Partner‘ mit den Mentees arbeitet, lässt einen über eigene Strategien und Verhaltensweisen nachdenken. So bin ich nicht selten mit dem Gefühl aus den Gesprächen gegangen, sehr viel gelernt zu haben. Ich kann nur hoffen, dass ich ähnliches zurückgeben konnte" (Prof. Dr. Enrico Schleiff, Goethe-Universität Frankfurt, Mentor im SciMento-Jahrgang 2008-2010).
"Ich kenne beide Seiten des Programms, da ich, damals Juniorprofessorin, in der Frankfurter Pilotstaffel als Mentee dabei war. Es hätte mir jedoch viel früher in meiner Karriere deutlich mehr genutzt, das deutsche System Universität und Forschung richtig mit Insider-Tipps von erfahrenen Professoren kennenzulernen. Vieles musste ich als Ausländerin durch Trial and Error lernen. Mittlerweile weiß ich aber, dass auch die einheimischen Doktorandinnen und Postdocs mit den gleichen Problemen kämpfen und manchmal den Weg nicht finden. Daher ist es extrem wichtig, dass man bereits in der Doktorandenphase die Nachwuchswissenschaftlerinnen auf die Karrierewege aufmerksam macht, Vorbilder anbietet und vermittelt, dass auch dieser Weg durchaus zu schaffen ist. Vielleicht können wir durch SciMento einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass der Schwund von Frauen in den höheren Karriere-Etagen etwas weniger wird. Meine Rolle als Mentorin genieße ich sehr, und ich freue mich jedes Mal, wenn ich meine Mentees treffe" (Prof. Dr. Ritva Tikkanen, Justus-Liebig-Universität Gießen, Mentee im Jahrgang 2005-2007 und Mentorin in den Jahrgängen 2009-2011 und 2011-2013).
„SciMento hat mir neue und zum Teil überraschende Einblicke in Überlegungen und Fragen vermittelt, die unseren wissenschaftlichen Nachwuchs beschäftigen. Durch die Arbeit mit meinen Mentees konnte ich somit auch ein besseres Gefühl für meine eigenen Mitarbeiterinnen gewinnen. Als Mentor fungiert man als Rat- und manchmal auch Ideengeber, aber man bekommt sehr viel auch auf nicht-wissenschaftlichen Gebieten zurück. Mir hat diese Möglichkeit, auch mal über den eigenen Lebensweg und eigene Problemlösungsstrategien zu reflektieren, sehr gut getan" (Prof. Dr. Joachim Kirsch, Universität Heidelberg, Mentor im Jahrgang 2008-2010).
