Das Thema Auslandsaufenthalt bewegt viele junge WissenschaftlerInnen. Viele der SciMento-Mentees waren bereits für ein Semester oder länger im Ausland und haben Erfahrungen mit anderen Ländern und (Wissenschafts-)kulturen gemacht. Hier finden Sie die Erfahrungsberichte von einigen Mentees. Vielleicht erleichtern diese der einen oder anderen die Entscheidung für (oder gegen?) einen Auslandsaufenthalt. Viel Spaß beim Lesen!

Dorothee (Mentee 2014-2016): Forschungsaufenthalte in Peru und Ghana

„Im Rahmen meines Promotionsprojektes habe ich insgesamt 8 Monate im Ausland verbracht, um empirische Daten zu erheben. Bevor ich auf meine spezifischen Erfahrungen im Ausland eingehe, möchte ich kurz das Vorhaben und den akademischen Hintergrund erläutern: Derzeit bin ich Doktorandin an der Goethe Universität Frankfurt am Institut für Humangeographie in der AG Wirtschaftsgeographie. Ich beschäftige mich mit globalen Vermarktungsprozessen und untersuche, wie ein weit verbreitetes Marktkonzept – das der „Global Value Chains“ – international zirkuliert und Anwendung findet in Peru und Ghana: In beiden Ländern wird das Konzept seit kurzem als das Instrument für wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung aufgenommen und angewendet, was sich in politischen Leitlinien, Gesetzen, universitären Curricula und Entwicklungsprogrammen niederschlägt.“
Lesen Sie hier weiter über die Forschungsaufenthalte von Dorothee in Peru und Ghana.

Judith von Heusinger (Mentee 2014-2016): Kambodscha, Kirgistan und Israel

„Auslandsaufenthalte im wissenschaftlichen Kontext sind für mich eine wunderbare Gelegenheit, um Arbeitsgruppen an anderen Universitäten und deren Argumentations- und Arbeitsweisen kennenzulernen und um sich in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft als Nachwuchswissenschaftlerin zu etablieren. Vor allem aber bieten sie eine gute Gelegenheit, um fremde Gesellschaften und Kulturen, eine neue Sprache und sich selbst besser kennen zu lernen. So habe ich stets auf vielfältige Art und Weise von meinen Aufenthalten in Indien, Kambodscha, Zentralasien und Israel profitiert. Die Vor- und Nachbereitung meiner Reisen hat in der Regel einige Monate beansprucht (u.A. um eine Partner-Universität zu finden sowie potentielle Betreuer_innen zu kontaktieren, Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten, um Einladungsschreiben und Visa zu organisieren, sich für Stipendien zu bewerben, eine Unterkunft und Flüge zu organisieren und um abschließende Berichte für die Förderinstitutionen zu schreiben), doch der Aufwand hat sich stets gelohnt, da ich nun Freundschaften in unterschiedlichen Kulturen gefunden und wissenschaftliche Kontakte weltweit geknüpft habe.“
Lesen Sie hier weiter, um mehr über die Auslandsaufenhtalte von Judith von Heusinger zu erfahren. Frau von Heusinger wurde darüber hinaus vom Deutschlandfunk zu ihrem Auslandsaufenthalt in Israel interviewt. Den Artikel finden Sie hier.

Silvana Hartmann (Mentee 2013-2015): Boulder, Colorado

Schon am Anfang meiner Doktorarbeit hatte ich den Wunsch, in dieser Zeit ins Ausland zu gehen. Drei Jahre später verbrachte ich sechs Monate als Gastforscherin an der Universität Colorado in Boulder. Nicht alles verlief so wie es geplant war, eine Überschwemmung eingeschlossen, dennoch war es eine tolle Erfahrung und ein wertvoller Einblick in das Leben einer Forscherin in einem anderen Land. Manche Dinge würde ich anders machen, zum Beispiel würde ich mehr Zeit investieren, um den/die GastprofessorIn kennenzulernen und um ein gemeinsames Forschungsprojekt im Voraus aufzubauen oder auch meinen Aufenthalt am Zeitplan ausrichten. Mein Aufenthalt wurde vom ‚Fulbright visiting scholar‘ –Programm finanziert. Dieses unterstützte mich bei Anliegen um Visa und die Anreise und bot darüber hinaus Workshops für die StipendiatInnen an. Andere Finanzierungsmöglichkeiten, die ich in Betracht zog, war ein Stipendium vom DAAD oder einfach die Möglichkeit, meine Arbeitsstelle für drei Monate in die USA zu verlegen und dabei als wissenschaftliche Mitarbeiterin an meiner Heimatuniversität angestellt zu bleiben. Die Unterstützung von meiner/meinem Betreuer/in zuhause war während der Vorbereitungen sehr hilfreich. Mein Fazit lautet: Fang früh an zu planen – und los geht’s.